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Kaf­fee­lot

Wer eine gute Tas­se Kaf­fee trin­ken möch­te, soll­te bei der Zube­rei­tung nicht auf sein Augen­maß ver­trau­en, son­dern sich – wie beim Kochen – an bestimm­te Men­gen­an­ga­ben hal­ten. Als Kaf­fee­lot bezeich­net man nicht nur die Men­ge an benö­tig­tem Kaf­fee­pul­ver für eine Tas­se zube­rei­te­tem Kaf­fee, son­dern auch das Gefäß, mit dem die erfor­der­li­che Men­ge an Kaf­fee­pul­ver für eine Tas­se abge­mes­sen wer­den kann.

Ein Lot (Loth), ist eine alte Maß­ein­heit, mit der haupt­säch­lich im Gebiet des Deut­schen Rei­ches, Öster­reichs und der Schweiz frü­her Mas­se defi­niert wur­de. Ein Lot entsprach:

  • 1/​30 bis 1/​32 Pfund
  • 14,6 g in Preußen
  • 15,6 g bis 17,5 g bzw. 16,66 g (ab 1858 als Neu-Lot)
  • 50 g in Öster­reich (1810)
  • 4 Quent­chen

Sogar noch Anfang des 20. Jahr­hun­derts ist die­se Maß­ein­heit in Koch­re­zep­ten ver­wen­det wor­den. Dar­in ent­sprach ein Lot unge­fähr einem Löf­fel voll.

Auch heu­te wird die Men­ge des Kaf­fee­pul­vers durch­aus noch mit Löf­feln, Ess­löf­feln ange­ge­ben. All­ge­mein nimmt man für eine Tas­se Kaf­fee mit 125 ml zwi­schen 6 g und 8 g Kaf­fee­pul­ver. Die­se Men­ge erhält man auch unge­fähr mit einem gehäuf­ten Ess­löf­fel. Genau die­se Por­ti­on fasst eben auch ein übli­ches Kaf­fee­lot. Da die Dich­te – und damit auch das Fas­sungs­ver­mö­gen des Lots – vom Mahl­grad der Kaf­fee­boh­nen abhängt und es auch auf die Stär­ke des Drucks ankommt, mit dem das Pul­ver in das Lot gepresst wird, kann das Maß „1 Kaf­fee­lot” nur unge­nau sein. Dar­über hin­aus haben auch die Boh­nen­sor­te und die Rös­tung der Kaf­fee­boh­ne Ein­fluss auf das Gewicht. So kann ein stark gerös­te­ter Kaf­fee bis zu 30 % weni­ger Gewicht auf die Waa­ge bringen.

„Der Mensch ist ein Gewohn­heits­tier”: Damit regel­mä­ßig der gleich­blei­ben­de Kaf­fee­ge­schmack in der stets gleich­gro­ßen Kaf­fee­tas­se getrun­ken wer­den kann, ist Prä­zi­si­on not­wen­dig. Dem Einen reicht dabei die immer gleich­blei­ben­de Boh­nen­mi­schung eines Her­stel­lers, abge­mes­sen mit einem Ess­löf­fel oder mit einem Lot, bei stets gleich­blei­ben­der Schöpf­hö­he, zube­rei­tet in der her­kömm­li­chen Kaf­fee­ma­schi­ne. Dem Ande­ren ist es ein Bedürf­nis, sei­nen Kaf­fee aus einer spe­zi­el­len Kaf­fee­boh­ne mit prä­zi­se abge­mes­se­nen Men­gen an Was­ser und Pul­ver über eine genau fest­ge­leg­te Brüh­art und Brüh­zeit her­zu­stel­len. Dabei ist die unter­schied­li­che Rös­tung noch nicht ein­mal berücksichtigt. 

Das Kaf­fee­lot ist ein rela­tiv ein­fa­ches Hilfs­mit­tel bzw. Por­tio­nie­rungs­löf­fel, mit dem im Rah­men gewis­ser Gren­zen, die Kaf­fee­pul­ver­men­ge unge­fähr immer gleich fest­ge­legt wer­den kann.

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